PEDI bar & restaurant

Start
2005 
Typologie
umbauen 
Ort
Biberach 
Größe
185 m² Nutzfläche 
Status 
2005, Fertigstellung
Programm 
einkehren 
Bauherr
privat 
Leistungen
Leistungsphasen 1-8 

Man sieht dem PEDI seine Vergangenheit als Sportgeschäft nicht mehr an. Früher ging man hier über zwei Geschosse, heute wird das UG als Lager genutzt. Im Erdgeschoss standen gerade mal 100 qm zur Verfügung für den Gastraum mit seinen 60 Sitzplätzen, der offenen Küche und dem Sanitärbereich.

Ohne jeden Eingriff in die Statik, lediglich die beiden Fenster zur Pfluggasse hin wurden ihren Brüstungen entledigt und zwei Innentüren zum Innenhof eingebaut, konnte agiert werden.

Mit dem beinahe kargen Materialkonzept wurden aus der vorhandenen unklaren Raumstruktur klar definierte Orte geschaffen. Ohne störende Raumteilung ist eine Zonierung der einzelnen Bereiche des Arbeitens, Essens und Verweilens in einem einheitlich gestalteten Ganzen angeboten. Als Raum im Raum Konzepte wurden die Séparées und die offene Küche entwickelt.

Mit denselben Mitteln und Materialien einerseits zu verbinden und andererseits differenzierte atmosphärische Stimmungen zu erzeugen war Absicht. Zementöse durchgefärbte Hautschicht in warmem Rot für Wand, Boden und Theke. Geölte Roteiche für Bank, Tisch und Stuhl. Gebürsteter Edelstahl für die Kochwerkstatt. Gewalkte Wolle am Windfang und für die Sitzpolster. Die Leuchten und deren Verrohrung auf der vorgefundenen roh geschalten Sichtbetondecke werden fast schon als Schmuck wahrgenommen. Gegessen wird vom Porzellan des Biberacher Industriedesigners Heinz H. Engler. Was es täglich frisch zubereitet zum Essen gibt steht auf der großen mit grünem Tafellack bezogenen Wand vis à vis des Eingangs.

Fast schon klösterlich wird das ein oder andere Sitzen . Die visuelle Teilnahme am Schaffen in der Küche und am Geschehen in der Gasse zeugen von der Lebendigkeit dieser Stadt, in die dieser neue Raum impliziert worden ist.

Etwas eigentümlich mutet die Fassade an. Nicht neu und doch anders. Das erst 25 Jahre alte Hausensemble, historisierend als zwei Einzelgebäude sich nach außen darstellend, wollten wir nicht diskutieren. Einzig und allein die Suche nach einfachen Mitteln, die im Erdgeschoss durchgängige Nutzung auch nach außen ablesbar zu machen, in Beachtung der Vorgaben der Stadtbildsatzung, brachte uns dazu, die Putz- und Farbstruktur der beiden Hausfassaden, dort wo Ausbesserungen vorgenommen worden waren (bodentiefe Fenster, Demontage Schaukästen, etc.) jeweils zu vertauschen.

Noch ist die Terrasse nicht besetzt. Leuchten symbolisieren bereits das neue Zimmer im Freien.

mehr lesen »